Der norwegische Wald als Speisekammer

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Wer den Sommer in Süd-Norwegen verbringt, kann sich viel von seinem Essen aus den Wäldern holen und somit die Urlaubskasse strecken. Die Natur bietet einen Überfluss an Pilzen und Beeren und jeder darf sich bedienen. Man muss nur wissen wo, wann und wie.

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Steinpilze überall…..

Wenn man gerne Pilze sammelt (und sich auch damit auskennt), ist Süd-Norwegen ein absolutes Eldorado. Im August und September sind die Wälder oft voll mit Rotkappen, Pfifferlingen, Maronen und sehr vielen Steinpilzen.

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Kappen, Pfifferlinge, Steinpilze….

Norweger interessieren sich generell wenig für Pilze, deshalb ist man als Sammler meistens alleine mit seinem Pilzkorb unterwegs im Wald, es gibt also keine Konkurrenten die einem die besten Pilze vor der Nase wegschnappen. Und noch besser, in Norwegen darf laut Gesetz jeder Pilze und Beeren sammeln so viele und wann er will. Es gibt keine Restriktionen. Man sollte aber aus Rücksicht auf die Bewohner nicht zu nahe an Häuser und Hütten gehen und natürlich auch nicht in Gärten oder auf eingezäunte Wiesen sammeln.

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Oktobermorgen in Süd-Norwegen.

Thurid und ich sammeln meistens nur den Steinpilz. Der schmeckt uns einfach am besten. Man findet ihn in feuchten Tannen- oder auch in Kiefernwälder, aber nie auf moorigen Böden und auch nicht z.B. in Birkenwäldern. Hin und wieder gibt es regelrechte „Steinpilzjahre“, dann tragen wir die Steinpilze in grossen Mengen aus dem Wald. 2003 war das beste Steinpilzjahr, das ich erlebt habe. Innerhalb von 2 Stunden sammelten wir mehr als 30 Kg qualitativ hochwertige Steinpilze. Auch 2009 war ein sehr gutes Steinpilzjahr.

Man kann Steinpilze einkochen und einfrieren, oder alternativ die Pilze in feine Scheiben schneiden und im Ofen bei 40°C trocknen (dauert einige Stunden), dann hat man das ganze Jahr von dieser Delikatesse. Uns schmeckt der Steinpilz am besten, wenn er frisch mit Pfeffer und Salz kross gebraten wird, gereicht als Vorspeise oder auf einer Sahnesosse mit Nudeln als Hauptspeise.

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Das Jahr 2003 war ein sehr gutes Steinpilzjahr. In wenigen Stunden hatten wir mehr als 30kg gesammelt.

Wer Beeren liebt, insbesondere wilde Himbeeren, Blaubeeren und Preiselbeeren, sollte Norwegen im Juli oder August aufsuchen. Auch diese Leckereien dürfen in Norwegen überall in den Wäldern ohne Einschränkung gesammelt werden. Hin und wieder trifft man auch auf Norweger die Beeren sammeln, aber es gibt keinen Platzmangel oder Kampf um die Ernte.

Wilde Himbeeren sind deutlich geschmacksintensiver als Gartenhimbeeren, aber auch kleine und daher etwas mühsamer zu sammeln. Sie wachsen oft an Flüssen und Strassen.

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Blaubeeren schmecken am besten roh mit Zucker und Sahne.

Blaubeeren dagegen findet man fast ausschliesslich in Kiefernwäldern. Frische Blaubeeren mit Zucker und Sahne sind eine absolute Dessert-Delikatesse die u.a. meine Lieblingscousine Siri aus Deutschland sehr liebt.

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Preiselbeeren sollte man am besten einkochen.

Preiselbeeren wachsen zahlreich, z.B. in gerodeten sonnenreiche Waldgebiete im Südhang. Sie schmecken am besten wenn sie mit Gelierzucker eingekocht werden und dann später gemeinsam mit Fleisch, Gemüse und Sosse serviert werden.

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Preiselbeeren mögen es an sonnigen Stellen.

Und wo genau kann man all diese leckeren Produkte der Natur denn eigentlich ernten? Fast in jedem Wald in Rogaland, Vest-Agder, Aust-Agder und Telemark wie z.B. in Evje, Vennesla, Iveland, Birkeland und Marnardal. Viel Erfolg und viel Spass!

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