Angeln in Süd-Norwegen

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 Seit Jahren machen meine zwei Teenagersöhne und ich jeden Sommer eine reine „Männerwoche“ in Süd-Norwegen. Dann stehen eigentlich nur drei Dinge auf dem Programm: Angeln, angeln und angeln. Wir angeln also sehr viel, und zwar sowohl in Flüssen und Binnenseen als auch im Meer. Hier sind ein paar Tipps für Norwegen-Urlauber, die gerne mal ihren eigenen Fisch fangen möchten, und wie man diesen dann am besten zubereitet.  

Angeln in Süd-Norwegen ist einfach und unbürokratisch und es eignet sich daher auch gut für Kinder und Anfänger. An der Küste im Meer darf jeder ohne Angellizenz oder Zulassung angeln, sofern man keine Lachse oder Seeforellen angeln will.

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Wir angeln auf Blinker, Wobbler, Wurm oder Fliege. In Seen, Flüssen oder im Meer. Nichts bleibt unversucht.

Meine beiden Söhne, mit denen ich seit 2006 jedes Jahr eine Woche im Sommer in den Angelurlaub fahre, angeln ohne Probleme grosse Fische wie Dorsch, Seelachs und Leng. Im letzten Jahr war der grösste Fisch von Simon (14) ganze 9.5 kg schwer, im Jahr davor 4.2 kg. Auch Taschenkrebse und Makrelen kann man im August im Überfluss fangen. Das Problem bei den Makrelen ist wohl eher aufzuhören, wenn man für seine Mahlzeit genug hat. Die Makrelen treten oft im Schwarm auf und beissen auf absolut alles, was man ins Wasser hält. Wir haben Makrelen sogar auf nackte und verrostete Haken gefangen.

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In 2014 fing Simon ein 9.5 kg schweren Leng, Steffen ein 2.8 kg Leng.

Um in den norwegischen Binnengewässern zu angeln, muss man als Erwachsener eine Abgabe (norw. „Fisketrygdavgift“) an den norwegischen Staat von umgerechnet 25 EUR zahlen (Stand: 2014). Diese Abgabe gilt für das ganze Kalenderjahr und kann online errichtet werden. In vielen der Flüsse und Seen und insbesondere in allen Lachsflüssen muss man zusätzlich vom Grundbesitzer eine Angelkarte kaufen. Diese kostet typischerweise ab 50 Nkr (7 EUR) für Forellengewässer, und etwa 50-70 EUR pro Tag für Lachsgewässer.

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In 2013 fing ich diese 750 gram Bachforelle auf Fliege in Rogaland / West-Norwegen.

Will man schnell satt werden, empfehle ich die Forellengewässer in Süd-Norwegen. Praktisch jeder Fluss und See hat schöne Forellen mit rotem Fleisch, die ausgezeichnet schmecken. Sie beissen in Seen eifrig auf Wobbler wie z.B. der Bachforellen-Wobbler der Marke Rapala, wenn man diese hinter einem langsam fahrenden Boot her zieht.

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Die Bachforellen in Norwegen haben rotes Fleisch und schmecken ausgezeichnet wenn sie z.B. in Alufolie auf dem Feuer zubereitet werden.
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Wobbler (hier einer der Marke Rapala) ist meist eine sichere Wahl um Forellen zu fangen.

Forellen in den Flüssen beissen auch gerne auf Blinker und Fliege oder auf Regenwürmer, welche man am besten anwendet, wenn man von Land aus angelt. Steffen (17) hat vor ein paar Jahren in einem kleinen Fluss nahe Egersund eine 2 kg Bachforelle gefangen, was eher selten ist, und wir fingen bereits viele Forellen zwischen 400 und 750 Gram. Die meisten sind aber zwischen 200 und 400 Gram.

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2010: Steffen hat eine grosse Forelle auf Blinker in einem Bach nahe Stavanger gefangen und ist sichtlich zufrieden.

Als meine Söhne noch kleiner waren, hatten die von ihnen gefangenen Fische die Tendenz, bei jeder ihrer Erzählungen ein bisschen zu wachsen, während sie meine Fische immer etwas schrumpfen liessen. Da ich dies irgendwann satt hatte, haben wir uns nun eine digitale Fischwaage besorgt. Die lügt nicht. Seitdem sind ihre Fische alle etwas „leichter“ geworden – ausser meinen natürlich, aber sie sind immer noch gross und zahlreich genug um uns drei während unserer Männerwoche komplett zu ernähren.

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Simon mit einem 4.2 kg Seelachs, bei Egersund / West-Norwegen.

Mein persönlicher Serviervorschlag: Forelle ausnehmen und kräftig von innen und aussen salzen, eventuell etwas Dill dem Salz beimischen. Dann ordentlich in Alufolie wickeln und in der Glut eines offenen Feuers oder Grills garen. Oder alternativ die Forellen in Salzwasser kochen. Dazu werden Pellkartoffel, gekochte Karotten oder Blumenkohl und norwegische Rømme (eine Art Sour Cream) gereicht.

Atlantische Lachse in den norwegischen Flüssen zu angeln ist deutlich schwieriger als Forellen, und dieser Sport verlangt Ausdauer, Expertise und auch ein wenig Glück. Ich habe selbst erst drei Lachse gefangen, aber das Gefühl wenn man seinen ersten Lachs an der Angel hat, vergisst man nie. Das Lachsangeln ist also eine andere Liga als Forellen und Dorsche, und deshalb wird dieses Thema einem zukünftigen und separaten Blog gewidmet.

 

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